VUSR kritisiert mangelnde Aufarbeitung von Insolvenzen und Skandalen

Branche braucht einen tiefgehenden Reflektionsprozess Der Bundesverband der Reisebüros (VUSR) fordert die Tourismusbranche auf, sich einem tiefgreifenden Reflektionsprozess zu unterziehen und notwe
Branche braucht einen tiefgehenden Reflektionsprozess
Der Bundesverband der Reisebüros (VUSR) fordert die Tourismusbranche auf, sich einem tiefgreifenden Reflektionsprozess zu unterziehen und notwendige strukturelle Veränderungen einzuleiten. Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass Personen, die im Zusammenhang mit Insolvenzen, Datenskandalen und anderen negativen Erfahrungen aufgefallen sind, immer wieder umgehend an neuen Schaltstellen in der Branche auftauchen. Dies verhindere eine effektive Aufarbeitung von Fehlentwicklungen in der Vergangenheit und blockiere notwendige Erneuerungen. Am Ende lähme sich die Touristik selbst, weil aus Fehlern selten Konsequenzen folgten.
„Es kann nicht sein, dass nach zwei Großinsolvenzen innerhalb weniger Jahre und riesigen Herausforderungen durch Wirtschaftskrisen, Klimawandel und Fragen der Tourismusakzeptanz einfach weitergemacht wird wie bisher. Da gibt es ja scheinbar nicht mal den Hauch eines Schamgefühls und schon gar nicht den Wunsch, die Branche wirklich weiterzuentwickeln.“, kritisiert Marija Linnhoff, Vorsitzende des VUSR. „Die Branche wäre gut beraten, sich zu erneuern und nicht auf ein ‚Weiter so‘ zu setzen. Stattdessen sehen wir immer wieder dieselben Akteure, die an entscheidenden Positionen auftauchen, ohne dass auch nur ansatzweise eine Aufarbeitung der Fehlentwicklungen stattfindet.“
So seien die Verantwortlichkeiten für die FTI-Pleite und den vorausgegangenen Datenskandal seien immer noch nicht abschließend geklärt, und trotzdem tauchten die Protagonisten ungeniert wieder an anderen verantwortlichen Stellen auf. „Da wurde über Monate verschleppt und mit Nebelkerzen geworfen. Das würde in keiner anderen Branche so hingenommen werden – es wirkt wie ein Spiel, bei dem die Figuren auf dem Spielfeld bleiben, selbst wenn Missstände aufgedeckt werden und die ganze Branche massiv darunter leidet.“, fügt Linnhoff hinzu. Den Preis dafür zahlten allzu oft die Reisebüros, die am Ende immer öfter die „Kohlen aus dem Feuer holen müssten“ und das auf eigene Kosten.
Mehr Gemeinsamkeit und weniger Ausgrenzung wären aus Sicht des Reisebüroverbandes schon mal eine wichtige Maßnahme. Der VUSR kritisiert so beispielhaft, dass das Positionspapier zur „Weltoffenheit“ von DRV und DTV offenbar eine geschlossene Veranstaltung gewesen sei. „Ein so wichtiges Thema bekommt dadurch nicht die notwendige Aufmerksamkeit“, betont Linnhoff. „Am Ende sind es die Reisebüros, die in direktem Kontakt mit den Kunden stehen und in jeder Fußgängerzone präsent sind. Diese hätte man gezielt einbinden müssen, genauso wie viele andere Akteure der Branche.“ Eine stärkere Einbindung aller Beteiligten würde die Branche genauso stärken wie ein gezielter Prozess der Selbstreflektion.
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